ALLGEMEINES
Ringstelltransformatoren sind Sondertransformatoren, deren Wicklungen auf einen ringförmigen Kern aufgebracht sind und deren Übersetzungsverhältnis durch quer zur Windungsrichtung bewegte Stromabnehmer auf Wicklung mit Kontaktbahnen ohne Drehung der Phasenlage praktisch stufenlos auch unter Belastung geändert werden kann.
Ringstelltransformatoren müssen so bemessen und gebaut sein, dass sie bei Betrieb, Einbau und Wartung entsprechend den Herstellerangaben keine vorhersehbaren Gefahren für Person oder die Umgebung darstellen.
Ringstelltransformatoren werden nach EN 61558 / VDE 0570 Teil 2-14 entwickelt, hergestellt und geprüft.
Ringstelltransformatoren werden dort verwendet, wo Wechselspannung oder Ströme unter Last zwischen Null und Nennwert eingestellt werden sollen. Sie eignen sich zur Versorgung ohmscher, induktiver oder kapazitiver Betriebsmittel, bei bestimmungsgemässem Betrieb bleibt die Ausgangsspannung sinusförmig, es treten weder Funkstörungen noch zusätzliche Oberwellen auf. Die Bemessungsfrequenz darf nicht mehr als 500Hz betragen.
Ringstelltransformatoren sind induktive Bauelemente mit allen charakteristischen Eigenschaften, die sich aus dem Zusammenwirken von Wicklung und hoch magnetisierbarem Eisenkern zwangsläufig ergeben.
Daneben gibt es spezifische Eigenschaften, die sich aus der besonderen Bauform des Stelltransformators ergeben.

ELEKTROMAGNETISCHE VERTRÄGLICHKEIT (EMV)
Ringstelltransformatoren erfüllen auch in Verbindung mit vor- oder nachgeschalteten Anpass-Transformatoren alle einschlägigen Anforderungen. Sie reagieren weder auf äußere elektromagnetische Einflüsse noch verursachen sie bei bestimmungsgemäßem Gebrauch zusätzliche Störungen. Die Kurvenform der Grundwelle wird nicht durch zusätzliche Oberwellen beeinflusst; Funkstörungen treten nicht auf. Magnetische Datenträger sollten allerdings nicht in unmittelbarer Umgebung von Ringstell- transformatoren, Geräten oder Leitungen abgelegt werden, weil der Inhalt durch bei nicht bestimmungsgemäßem Gebrauch oder gestörtem Betrieb möglicherweise auftretende elektromagnetische Felder irreparabel geschädigt werden könnte!

SCHALTUNGEN
Ringstelltransformatoren unterscheidet man folgende Schaltungen:
- getrennte Wicklungen: Ii0
- Sparschaltung: Ia0 
Dreiphasen-Ringstelltransformatoren werden aus drei Einphasen Ring-stelltransformatoren mit gemeinsame Antriebswelle zusammen aufgebaut und verschaltet.   Bei Dreiphasen Ringstelltransformatoren unterscheidet man folgende Schaltungen:
 - getrennte Wicklungen: IIIiii0 oder YyN0
 - Sparschaltung: YN0

SPANNUNGSAUFLÖSUNG
Die Spannungsauflösung wird bestimmt durch die Anzahl der über den Stellbereich verteilten Windungen und die anliegende Spannung. Da der Stromabnehmer außer auf den ganzen Windungen auch zwischen zwei Windungen positioniert werden kann, ergibt sich eine theoretisch mögliche Auflösung von U/2n-1, (U = anliegende Spannung, n = Windungszahl).
Da eine Zwischenposition möglicherweise für längere Zeit beibehalten wird, müssen die jeweils überbrückten Windungspaare vor allem die thermischen Bedingungen für Dauer-Kurzschlussfestigkeit erfüllen.
Wenn die Spannungsauflösung nicht ausreicht, kann durch Kaskadierung von Grob-und Feineinstellung die Auflösung multipliziert werden, sodass auch äußerst niedrige Werte durch große Drehwinkel eingestellt werden können.
Mehr beiläufig sei hier auch auf einen häufig anzutreffenden Vergleich des Ringstelltransformators mit einem Potentiometer eingegangen. Dieser Vergleich gilt nur insofern, als die Leerlauf-Ausgangsspannung in gleicher Weise vom Drehwinkel abhängig ist. Das ist jedoch, abgesehen von der ähnlichen Bauform, die einzige gemeinsame Eigenschaft.
Weil die Potentiometerwicklung aus Widerstandsdraht besteht, wirkt sich jede Zustandsänderung überproportional aus. Bei Belastung sinkt die Ausgangsspannung; Leerlaufverluste, Lastverluste und Erwärmung ändern sich mit dem Quadrat der den Widerstandsdraht durchfließenden Ströme.
In dieser Beziehung zeichnet sich ein Ringstelltransformator bei gleicher Durchgangsleistung durch wesentlich stabileres Verhalten, geringeres Volumen und um einige Zehnerpotenzen niedrigere Verlustleistung aus.